DSC 0308Heimat ist nicht nur Lichtenfels. Herr Bergmann beschäftigte sich in seiner Projektgruppe mit Lateinamerika, vor allem mit Mexiko, El Salvador, Nicaragua, Venezuela und Brasilien. 

Ein Interview.

 

Warum haben Sie ausgerechnet ein Projekt über Lateinamerika gemacht?

Wir hätten solche Projekte sonst nicht an unserer Schule, wir haben kein Projekt zu Süd- oder Mittelamerika und bis jetzt wurde an der Schule auch noch nie etwas dazu gemacht. Ich glaube, dass unsere Geographielehrer, soweit ich das gehört habe, nicht viel über diesen Kontinent wissen, da dieser kaum im Lehrplan auftaucht.

Bedeutet Lateinamerika für Sie Heimat?

Bis zu einem gewissen Grade, da ich mit einer Kolumbianerin verheiratet und öfters mal in Südamerika bin. Ich bin zwar nicht lange dort, aber es ist eine Umgebung, in der man sehr intensiv lebt. Es macht einen Unterschied, ob das Leben nur dahinplätschert oder ob es intensiv gelebt wird.

Sie haben Ihr Projekt "Brennpunkt Lateinamerika" benannt, warum eigentlich „Brennpunkt“?

Brennpunkt, weil dort viele Geschehnisse sehr plötzlich aufeinander folgen. Die politische Situation hat viel mehr Dynamik als bei uns. Es geschieht dort eigentlich andauernd etwas, was man „Brennpunkt“ nennen könnte.

Wie möchten Sie Ihren Schülern Lateinamerika näherbringen?

Wir haben uns erstmal mit geographischen und historischen Fakten befasst und viel über die Länder herausgefunden, zum Beispiel darüber, was politisch in solchen Ländern passiert. Auch sind wir auf Bevölkerungsanteile eingegangen, beispielsweise wie viele Indios dort noch leben und woher die anderen Einwanderer kommen. Eigentlich sind ja in Süd- und Mittelamerika fast alle Leute Einwanderer, wenn man es sich genauer überlegt. Um die Wanderungsbewegungen zu verstehen, haben wir uns auch mit der Kultur auseinandergesetzt. Wir arbeiten mit Medien, wie mit Filmen und Bildern.

Was möchten Sie Ihren Schülern nach der Projektwoche mit auf den Weg geben?

Das ist eine gute Frage. Es wird wahrscheinlich jeder für sich entscheiden müssen. Jedenfalls, dass vieles dort ganz anders funktioniert, als bei uns, dass die Probleme da aber auch die gleichen sind. Klimawandel ist zum Beispiel ein weltweites Problem, auch in Kolumbien. Solche Phänomene verursachen auch Wanderungsbewegungen. Es gibt einerseits die Umwelt, andererseits auch politische und soziale Gründe. Aber das ist mir nicht das Wichtigste. Am wichtigsten finde ich, dass die Leute verstehen, wo die Hauptprobleme in Lateinamerika liegen.

 

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Sophia Friedrich, Jonas Stenglein, Anastasia Koch