So Manfred Brösamle-Lambrecht, der das Projekt „Jüdische Schicksale in Lichtenfels“ leitete. Schüler der OberstufDSC 1739e wollten dabei die Lebensläufe einiger ausgewählter, jüdischer Familien und Einzelschicksale von Personen aus Lichtenfels rekonstruieren. Als Quelle diente hierbei hauptsächlich das Internet, denn laut Herrn Brösamle-Lambrecht gibt es kein besseres Archiv. Zudem fand er es wichtig, dass die Schüler eigenständig forschten, da sich dies positiv auf die Entwicklung der Jugendlichen auswirkt. Als Zielgruppe des Projekts sahen sie daher auch vor allem sich selbst. „Sowas verändert dich auf eine ganz überraschende Art und Weise“, wie es der Geschichtslehrer formulierte.

Auf das Thema jüdische Familien kam er durch das von ihm geleitete Projektseminar der Q11, in welchem Führerscheine, die jüdischen Bewohnern aus der NS-Zeit gehört haben, als Grundlage für die Nachforschungen dienten. Personen, die dort nicht behandelt werden konnten, fanden nun im Rahmen dieses Projekts Platz. Außerdem hegt er persönlich großes Interesse für Heimatgeschichte. Er hielt es für sehr wichtig, dass der DSC 1741Begriff „Heimat“ nicht nur mit harmonischen Zitherklängen und Lederhosen assoziiert wird, sondern wollte den Schülern auch die bittere und verstörende Seite dieses Worts näher bringen. Und das ging am besten mit regionalen Geschehnissen. Herr Brösamle-Lambrecht glaubt, dass „der Bezug des Menschen zu dem Raum, in dem er lebt, Schlüssel auch dafür sein kann sich seiner Geschichtlichkeit bewusst zu werden“. Die Ergebnisse des Projekts wurden auf Plakaten festgehalten und am Schulfest ausgestellt.

 

 

©Isabell Waas, Kim Diefenthal, Lilo Olschewski