business-meeting-378412_1280.jpgWas macht man denn in Latein? Das ist ja alles schon so lange her und hat mit uns überhaupt nichts mehr zu tun. - Weit gefehlt! Wer in der 11. Klasse Latein wählt, erkennt: Auch Seneca kannte schon Stress:

"Mach so weiter, mein lieber Lucilius: Befreie dich für dich selbst und halte die Zeit, die dir bis jetzt geraubt, heimlich genommen wurde oder entschwand, zusammen und bewahre sie!

Überzeuge dich davon, dass es so ist wie ich schreibe: Manche Zeit wird uns entrissen, manche heimlich gestohlen, manche verrinnt." [...]

"Wen wirst du mir nennen, der der Zeit irgendeinen Wert beimisst, der den Tag schätzt, der versteht, dass er täglich stirbt? Denn wir täuschen uns darin, dass wir den Tod in der Zukunft erwarten. Ein großer Teil von ihm ist schon vergangen. Was an Lebenszeit hinter uns liegt, hält der Tod in seinen Klauen. Tu also, lieber Lucilius, was du schreibst, dass du tust! Nutze jede einzelne Stunde!" (ep.mor.1) (Übersetzung Kurs 1l1 2014)

Oder, um es mit Horaz zu sagen:

"Carpe diem!" (carm.1,11)

Diesen Spruch hat der ein oder andere vielleicht sogar als Wandtatoo bei sich zu Hause, was damit aber wirklich gemeint ist - nämlich nicht "Nimm, was du kriegen kannst, denn das Leben ist so kurz!" - , damit beschäftigen wir uns zu Beginn der 11. Jahrgangsstufe.

 E. Hemmerlein