Was bedeutet dieses Zitat für den Kunstunterricht? Unter anderem vielleicht, dass man das in vielerlei Hinsicht besondere Fach nicht immer in den engen Rahmen des alltäglich genutzten Klassenzimmers pressen kann.

Deshalb ist es der Fachschaft ein Anliegen, außerschulische Räume zu erkunden und Neigungsgruppen an ein vertiefteres Verständnis künstlerischen Arbeitens heranzuführen. Dementsprechend blicken wir auf einige außergewöhnliche Projekte und Exkursionen im Schuljahr 2018/2019 zurück.

 

Zur großen Freude der kunstbegeisterten Schüler konnte ein Wahlkurs zum Thema Malerei angeboten werden. Da der Kunstunterricht in der Mittelstufe laut Lehrplan nur einstündig stattfindet, war es Frau Wais ein Anliegen, interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich darüber hinaus künstlerisch zu betätigen. Der Kurs widmete sich einem Großprojekt: Der Wandgestaltung in der Schülerbibliothek. Über das Jahr hinweg wurde die Fläche an Nachmittagen und Samstagen mit einer magischen, lebendigen Bibliothek verziert und zunehmend von Gestalten aus der Jugendliteratur bevölkert. Das überaus große Engagement des Kurses zeigte die Bereitschaft, die Schule als einen gemeinsamen Ort mitzugestalten und den Wunsch, sich mit den eigenen Talenten einzubringen.

 

Im Rahmen einer fächerübergreifenden Exkursion der Bereiche Kunst und Biologie fand außerdem für die 10a eine Besichtigung des Geländes der solidarischen Landwirtschaft in Bamberg statt. 

Das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft bedeutet, dass die Erzeugung von Nahrungsmitteln von einer Gemeinschaft getragen wird, die einen Landwirt oder Gärtner, sowie das Saatgut, die Pacht und alle weiteren anfallenden Kosten fair untereinander aufteilt. So haftet nicht allein der Landwirt für mögliche Ernteausfälle und die Nahrungsmittel werden regional erzeugt. Außerdem entstehen keine langen Transportwege, da alle Ernteteiler ihr Gemüse direkt am Feld abholen. Überdies wird natur- und ressourcenschonend angebaut, um die Fruchtbarkeit der Böden, das Leben von Insekten und anderen Tieren zu erhalten. 

Durch die Vorstellung dieses landwirtschaftlichen Konzepts stellt sich die Schule drängenden, interdisziplinären Herausforderungen unserer Zeit, die künstlerisch in einem Fotoprojekt vor Ort  aufgearbeitet wurden. Besonders die Ästhetik des Anbaus von Nutzpflanzen im städtebaulichen Kontext sowie das Spannungsfeld zwischen Naturraum und vom Menschen geprägter Landschaft fanden Beachtung. 

 

Für den Wandertag plante die Fachschaft Kunst überdies einen Besuch der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Anlässlich der Jahresausstellung präsentierten die Studierenden ihre Arbeiten und gewährten einen Einblick in das künstlerische Schaffen an der Universität. Die Bandbreite der Techniken und Positionen zeigte die Vielfältigkeit der aktuellen Kunstszene und erweiterte die Sichtweise der Schüler/-innen. Geleitet von einem Fragebogen bewegten sich die Schüler über das Gelände und besuchten die Ateliers in der transparenten, historischen Pavillonarchitektur, die sich – gemeinsam mit dem Neubau –harmonisch in die bewaldeten Landschaftsflächen integriert. 

 

Bereichert um viele Eindrücke starten Schüler- und Lehrer/-innen nun in das neue Schuljahr 2019/2020.

 

Fotos von Schülerarbeiten finden Sie hier.