"Grundwissen" beschränkt sich nicht allein auf den Bereich "Wissen", sondern schließt Grundkompetenzen mit ein: Dazu gehören "Grundfertigkeiten" und "Grundfähigkeiten", aber auch "grundlegende Haltungen" und "Grundwerte". Kompetenzen umfassen dabei, aufbauend auf einem kumulativ erworbenen Kernbestand des Wissens, auch Sozial-, Methoden- und Personalkompetenzen. Folgt man diesem erweiterten Grundwissensbegriff, dann haben Schülerinnen und Schüler fachliche Kompetenzen ausgebildet, wenn sie die zur Bewältigung einer Situation vorhandenen Fähigkeiten nutzen, dabei auf vorhandenes Wissen zurückgreifen bzw. in der Lage sind, sich benötigtes Wissen zu beschaffen, und angemessene Lösungswege beschreiten.

Der Erwerb eines solchen Grundwissens kann nicht in einem abstrakten Lernraum und frei von Inhalten vermittelt werden, sondern vollzieht sich im Spektrum der einzelnen Fächer. Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler das "intelligente Wissen" (Weinert), das sie befähigt, durch effektives wie aufbauendes, exemplarisches wie kumulatives Lernen ein tragfähiges Grundgerüst an Wissen und Kompetenzen zu entwickeln, das "Andockstellen" für weitere Inhalte bietet und zudem als Gelenkstelle für Vertiefung und Vernetzung fungiert.

Diese Kompetenzen auf Dauer zu festigen und nachhaltig zu machen muss Ziel des gymnasialen Unterrichts sein. Die Schülerinnen und Schüler werden zudem befähigt, die Effektivität ihres Lernens zu überprüfen und ihre Lernprozesse selbst bewusst zu steuern. Damit legen sie nicht nur ein solides Wissensfundament für die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe, sondern werden auch in die Lage versetzt, diese Fähigkeiten in Studium und Berufsleben individuell weiterzuentwickeln und auszubauen.

Um dies zu ermöglichen, sind nach Erkenntnissen der Lernpsychologie auch die Nähe zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler sowie der konkrete Anwendungsbezug in den Unterricht einzubeziehen. Durch die Schaffung konkreter Anforderungssituationen wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur ein unmittelbarer und erfolgversprechender

Zugang zu den vermittelten Inhalten und Kompetenzen eröffnet, sondern auch ein für das Gymnasium typisches problemorientiertes Lernen an anspruchsvollen Aufgaben ermöglicht. Aufgabenstellungen mit grundwissens- und kompetenzorientierter Ausrichtung fordern die Schülerinnen und Schüler intellektuell heraus, verlangen den ständigen Einsatz "intelligenten Wissens" und sorgen für dessen Ausbau durch die permanente Anwendung. Vertrautheit mit dieser Form der Aufgabenstellung erwerben die Schülerinnen und Schüler im Fachunterricht. In diesem ist es unverzichtbar, dass die Lehrkräfte immer wieder bewusst Bezug auf das Grundwissen nehmen und dieses regelmäßig aktivieren.

In den einzelnen Jahrgangsstufen erwerben die SchülerInnen im Fach

Französisch folgendes Grundwissen:

Jgst. 6

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur ersten elementaren Sprachverwendung entsprechend der Stufe A1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur inhaltlichen Erschließung und Erstellung kurzer, einfachster Texte befähigen
  • Einblicke in Alltagskultur und Geographie Frankreichs; Aufgeschlossenheit für kulturelle Unterschiede
  • Techniken des Memorierens und Lernens von Wortschatz und Grammatik sowie des selbständigen Übens; Mittel zur Fehlerkorrektur

Jgst. 7

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur elementaren Sprachverwendung entsprechend der Stufe A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur inhaltlichen und ersten formalen Erschließung sowie zur Erstellung kürzerer, einfacher Texte befähigen
  • weitere Kenntnisse der Alltagskultur und Lebensweise französischer Jugendlicher sowie über Geographie und Sehenswürdigkeiten Frankreichs; Einblicke in die französischsprachige Welt am Beispiel Belgiens und der Schweiz; bewusste Wahrnehmung kultureller Gemeinsamkeiten und Unterschiede
  • längerfristiges Planen von selbständigem Wiederholen und Vertiefen von Wortschatz und Grammatik, auch unter Einbezug des zweisprachigen Wörterbuchs; Auswerten und Präsentieren selbständig beschaffter Materialien

Jgst. 8

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur elementaren Sprachverwendung entsprechend der Stufe A2+ des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur inhaltlichen und formalen Erschließung verschiedenartiger, zunehmend längerer und etwas komplexerer Texte sowie zur Erstellung etwas längerer und komplexerer Texte befähigen
  • Wissen über Jugend- und Freizeitkultur in der französischsprachigen Welt im Vergleich zur eigenen Situation; Respekt vor anderen Denkweisen und Wertvorstellungen; Einblicke in die aktuelle Situation Frankreichs am Beispiel einer Region; Einblicke in die Verbreitung der französischen Sprache außerhalb Europas, Kenntnisse über Québec
  • selbständiges Anwenden von Techniken zum Lernen/Wiederholen von Wortschatz/Grammatik; Nutzen von Hilfsmitteln zur Informationsbeschaffung/des zweisprachigen Wörterbuchs; Präsentieren kleinerer freier Beiträge

Jgst. 9

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur zunehmend selbständigen Sprachverwendung entsprechend der Stufe B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur inhaltlichen und formalen Erschließung längerer und komplexerer, weitgehend authentischer Texte sowie zur Erstellung verschiedenartiger, zunehmend komplexerer Texte befähigen
  • Einblicke in die deutsch-französischen Beziehungen
  • zunehmend selbständiges Anwenden von Techniken der Wort- und Texterschließung sowie der Umschreibung; adressatengerechte Darstellung der Ergebnisse aus selbständiger Informationsbeschaffung zu verschiedenen Themenbereichen

Jgst. 10

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur weitgehend selbständigen Sprachverwendung entsprechend der Stufe B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur inhaltlichen und formalen Erschließung komplexer authentischer nicht-fiktionaler und fiktionaler Texte sowie zur adressatengerechten Erstellung längerer, inhaltlich zunehmend anspruchsvollerer Texte zu vielfältigen Schreibanlässen befähigen
  • Einblicke in die französische Arbeitswelt, Wirtschaft, Medienlandschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft; Kenntnisse über die deutsch-französischen Beziehungen ab dem 20. Jahrhundert; Einblicke in Geschichte und Kultur (seit dem 19. Jahrhundert)
  • Umgang mit dem einsprachigen Wörterbuch; eigenständige Evaluation von Arbeitstechniken; Gebrauch von Nachschlagewerken und einer Wiederholungsgrammatik; Kenntnis von Informationsquellen zur französischen Sprache und Zivilisation

Französisch als 3. Fremdsprache (beginnend in Jgst. 8)

Jgst. 8

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur elementaren Sprachverwendung entsprechend der Stufe A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur inhaltlichen Erschließung sowie zur Erstellung kürzerer, einfacher Texte befähigen
  • erste Grundkenntnisse über Alltagskultur und Geographie Frankreichs sowie weiterer französischsprachiger Länder bzw. Regionen in Europa; Aufgeschlossenheit für kulturelle Unterschiede; Verbreitung des Französischen
  • Transfer der bereits erworbenen grundlegenden Lernstrategien und Arbeitstechniken

Jgst. 9

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur elementaren bzw. zunehmend selbständigen Sprachverwendung entsprechend der Stufe A2+ des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur Erschließung und Erstellung zunehmend komplexer Texte befähigen
  • Kenntnisse über die Lebensweise französischer Jugendlicher; Einblicke in Alltagskultur und Binnengliederung Frankreichs; Einblicke in eine Region sowie die französischsprachige Welt am Beispiel Quebecs; Respekt vor Fremdem
  • Umgang mit dem zweisprachigen Wörterbuch; eigenverantwortliche Organisation von Lern- und Arbeitsprozessen sowie der Informationsbeschaffung und -präsentation, auch in der Gruppe

Jgst. 10

  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur weitgehend selbständigen Sprachverwendung entsprechend den Stufen B1 bzw. im Bereich Leseverstehen B1+ des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur Erschließung nicht-fiktionaler und fiktionaler Texte sowie zur Erstellung längerer Texte zunehmend anspruchsvollen Inhalts zu vielfältigen Schreibanlässen befähigen
  • Kenntnisse zur (Geistes-)Geschichte Frankreichs, zur deutsch-französischen Geschichte und zur aktuellen Situation in Frankreich; Bewusstsein der Problematik von Vorurteilen
  • sicherer, selbständiger Umgang mit den ausgewiesenen Quellen/Hilfsmitteln