Eine etwas andere Lateinstunde durften die SchülerInnen der 6. Jahrgangsstufe des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels erleben.

Legionär1 webHerr Josef Geisberger von der Gruppe Monumentum Vividum Regensburg entführte sie in die Antike.

Als „experimenteller Archäologe“ baut er verschiedene Ausrüstungsgegenstände römischer Legionäre nach, wie z.B. Schilde, Schwerter, Rüstungen oder Schuhe. Diese erprobt er dann bei echten Märschen, um so das Leben der Legionäre genauer zu erkunden.

Herr Geisberger begrüßte als römischer Soldat gekleidet seine jungen Zuhörer und führte zunächst die probatio, die Musterung, durch. Diese hatte ein Legionär in spe zu bestehen, um in die römische Armee aufgenommen zu werden. Sein freiwilliger Kandidat aus dem Publikum musste zwar beim Nachweis des römischen Bürgerrechts „schummeln“, bestand aber die medizinische Prüfung und konnte genügend Kenntnisse im Lesen und Schreiben nachweisen.

Mit einem donnernden Applaus wurde seine Aufnahme in die Armee gefeiert. Nun konnte er einem contubernium, einer Zeltgemeinschaft von 8 Personen, zugewiesen werden, mit dem er dann auch seine viermonatige Ausbildung zu absolvieren hatte.

Zuerst erfuhren die künftigen Legionäre alles Legionär2 webüber die Rüstung: Sie bewunderten den 25 kg schweren Schienenpanzer (lorica segmentata), den der Referent trug, seine calcei, die Soldatenstiefel und seine Schwerter.

Eine lorica hamata, ein 15 kg schweres Kettenhemd aus 16.000 Ringen durfte eine Schülerin überziehen und erlebte deren Vor- und Nachteile bei einem „Schwertangriff“ durch ihren „Ausbilder“ Josef Geisberger.

Als nächstes wurden die Kampfformationen geübt: Je vier SchülerInnen durften ihr Können unter Beweis stellen. Sie lernten, dass man das Schild stets mit der linken Hand, das Schwert mit der rechten Hand hielt. Danach übten sie die Verteidigungsposition und aus dieser heraus nun zwei Kampfformationen:

Centurio Josef gab die Kommandos: „Pugnate!“ – Angriff in Reihenformation oder „Testudo!“ – Angriff in Schildkrötenformation. Hochkonzentriert folgten die kleinen Legionäre den Anweisungen.

Die Zeit verging fiel zu schnell und alle kehrten nur schweren Herzens aus der Welt der römischen Antike in den Lichtenfelser Schulalltag zurück.

 

(OStRin Sabine Scheer, Fachleiterin Latein)