astronomie 2015

Siebtklässer am Lichtenfelser Gymnasium haben die Möglichkeit, ein außergewöhnliches Fach zu wählen. Einen besondren Tag bekommen sie als „Bonbon“ dazu.

(Neue Presse, 16.12.2015, von Maja Engelhardt)

„Mit Star Wars oder Astrologie hat das nichts zu tun. Das ist schon etwas anderes", Studiendirektor Alfred Förner lacht und nickt seinen Schützlingen anerkennend zu. Es ist Samstagvormittag, neun Uhr, und der Physiksaal des Lichtenfelser Meranier-Gymnasiums ist gut gefüllt. 30 Siebtklässler und vier Erwachsene blicken gebannt nach vorne auf die große Leinwand, die verschiedene Sternenbilder und Planetenbahnen zeigt. Alle drei Wochen erfahren sie Interessantes über das Thema Himmelskörper; das Wahlfach Astronomie steht an. Außergewöhnlich sind nicht nur der Wochentag und die Uhrzeit, sondern auch die Tatsache, dass Eltern und Großeltern ebenfalls am Unterricht teilnehmen dürfen. „Es wurde uns angeboten und hat sich in den letzten Jahren an der Schule schon bewährt“, erklärt der Vater von Lisa und fügt schmunzelnd hinzu: „Außerdem wirkt sich das vielleicht positiv auf die Klasse aus, wenn noch ein paar Erwachsene mit drin sitzen.“ Andreas Franke wird immer von seinem Opa begleitet. Er selbst interessiert sich besonders für die Sternbilder und Galaxien, gibt aber auch zu, dass der Stoff anspruchsvoll ist „Man versteht alles, muss aber schon nachdenken.“ Dass der Unterricht am Samstag und nicht gerade langschläferfreundlich stattfindet, stört niemanden. „Es ist ein Angebot für alle siebten Jahrgangsstufen" erklärt Alfred Förner, „einen Termin zu finden, an dem alle können, ist seit der Einführung des G8 unmöglich. Deswegen sind wir aufs Wochenende ausgewichen."

Zu Beginn der zwei Stunden gibt der seit einem halben Jahr pensionierte Mathe- und Physiklehrer seinen Schülern ein Quiz mit zehn Fragen als Aufgabe. Sie müssen unter anderem wissen, was eine „Astronomische Einheit" (Mittlerer Abstand von der Erde zur Sonne oder 15 Millionen Kilometer) ist, wie die Bahn der Sonne heißt (Ekliptik) oder auf welchem Längen- und Breitengrad Lichtenfels liegt (50° Breite und 11° Länge). Wissen, das bei den Kindern offensichtlich gut sitzt. Weiter im Stoff geht es dann mit der Konstruktion der maximalen Elongationswinkel von Merkur und Venus. Dabei wird herausgearbeitet, dass beide Planeten Phasengestalt zeigen, und warum der Merkur so schwierig zu beobachten ist.Zurzeit ist Venus Morgen“stern“, also vor Sonnenaufgang im Osten zu finden, gleichzeitig mit Jupiter, Mars und unserem Mond.  Eine faszinierende Konstellation, die bei klarem Himmel auf dem morgentlichen Schulweg zu beobachten ist. Eine Simulation dazu wird mit Hilfe des Computers gezeigt.“ In der letzten halben Stunde dürfen sich die Schüler entspannen und sich mit einem Film über den Stern von Bethlehem auf Weihnachten einstimmen lassen.

Weitere interessante Themen wie die Keplergesetze, Ebbe und Flut, Finsternisse und die verschiedenen Sterne standen bereits auf dem Stundenplan.