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Erläuterungen zur 5. Jahrgangsstufe

Der Unterricht knüpft an Themen der Grundschule an und begleitet die Kinder in ihrer Anfangsphase am Gymnasium.

Ausgehend von ihren Erfahrungen und lebendigem religiösem Fragen erwerben sie vertiefende Kenntnisse in Kernbereichen katholischen Glaubens, die eine Grundlage für den Religionsunterricht der folgenden Jahre darstellen.

K 5.1 Ein Neubeginn ? miteinander leben, lernen und den Glauben entdecken

Mit dem Übertritt an das Gymnasium verändert sich für die Schüler ein Teil ihres gewohnten Lebensbereichs. Sie lernen neue Klassenkameraden kennen, nehmen sich selbst in einer neu entstehenden Klassengemeinschaft wahr und sehen sich erhöhten schulischen Anforderungen ausgesetzt. Damit verbunden sind unterschiedliche Erwartungen, Hoffnungen, aber auch Unsicherheiten und Ängste. Die Kinder erfahren, dass in gegenseitiger Achtung und im Miteinander ein guter Anfang möglich ist. Dabei können sie auch ein Bewusstsein für die Nähe Gottes entwickeln und die Geborgenheit entdecken, die aus dem Glauben und dem Gebet erwachsen.

- Wir stellen uns vor: über Familie und Herkunft, Fähigkeiten und Interessen, aber auch über Unsicherheiten und Ängste sprechen; die eigene Einmaligkeit vor Gott erspüren (Jes 43,1); Bedeutung der Namensgebung erkennen und Wissenswertes über den Namenspatron erfahren

- Wir leben mit anderen: Klassengemeinschaft fordert heraus; wichtige Regeln des Miteinanders erarbeiten [> S 5.1.2]; Zusammenhalt in freundschaftlichem Geist als Gewinn sehen (1 Kor 12, 4-11 bzw. 12-27)

- Gott begleitet uns ? im Gebet sind wir ihm nahe: von Lebenssituationen der Kinder her Gebetshaltungen und -formen verstehen; Grundgebete wiederholen (z. B. Vaterunser, Ave Maria); einen Psalm erschließ en (z. B. Ps 23, Ps 31,2-6); Gebete frei formulieren, ggf. Klassengebetbuch erstellen; religiöses Leben an der Schule wahrnehmen

K 5.2 Wie Menschen sich Gott vorstellen ? Abraham begegnet dem einen Gott

Erlebnisse, die Staunen, Angst, Freude oder Unsicherheit auslösen, regen an zum Nachdenken über tiefere Zusammenhä nge des Lebens. Die Schüler erkennen, dass Menschen aller Zeiten und Religionen auf solche Fragen Antworten suchen. Daraus bilden sich verschiedene Gottesvorstellungen, die auch durch die jeweilige Kultur geprägt sind. Mit Abraham erfahren die Bilder von Gott eine Neuorientierung, die zur Grundlage für den Gottesglauben in Judentum, Christentum und Islam geworden ist.

- Erlebnisse, die Kinder zu religiösen und philosophischen Fragestellungen führen, z. B. zur Frage nach Glück, Leid oder Tod; altersgemäße Antwortversuche auf Rätsel und Geheimnisse des Lebens [> Mu 5.3 Naturstimmungen]; Nachdenken über Gott und das persönliche Gottesbild

- Gottesvorstellungen von Menschen aus vergangenen Zeiten: in europäischen Kulturen, z. B. Griechen, Römer [>L1 5.3 religiöses Leben], Germanen, und in der altorientalischen Lebenswelt, z. B. Ägypter, Babylonier, Kanaaniter; Verehrung der Götter durch Opfer und Gebet

- Besonderheit der Gotteserfahrung von Abraham und Sara: Gott öffnet sich den Menschen und ist für sie da als mitziehender Gott und Bundesgott (z. B. Gen 12,1-9; 15; 17), als Gott, der seine Versprechen hä lt (Gen 18,1-15; 21,1-8), als Gott, der keine Menschenopfer will (Gen 22,1-19)

- Abraham als Stammvater des Glaubens fü r Juden, Christen und Muslime (vor allem Eingottglaube, z. B. Vergleich Sch?ma Israel, Credo, 1. Sure des Koran)

K 5.3 Die Bibel: Erfahrungen unseres Glaubens in einem Buch [> Ev 5.3]

Kinder suchen nach Persönlichkeiten, mit denen sie sich auseinander setzen können. In den biblischen Gestalten von Jakob und Josef begegnen ihnen Menschen, die in kritische Lebenssituationen geraten, dabei aber die Nähe Gottes erfahren. Ausgehend von diesen Erzählungen erkennen die Schüler, dass die Schriften der Bibel in unterschiedlichen Sprachformen die Erinnerungen und Hoffnungen des Volkes Israel und der frühen Christengemeinden enthalten. Sie lernen verstehen, dass die Bibel nicht an Aktualität verliert und Christen in diesen Glaubenserfahrungen immer wieder neue Hilfe für ihr eigenes Leben finden.

- Die Bibel erzählt von Gottes Gegenwart: zentrale Erfahrungen der Nähe Gottes in den von Um- und Irrwegen geprägten Geschichten von Jakob und Josef

- Ein Erinnerungs- und Hoffnungsbuch entsteht: Erfahrungen mit Gott, formuliert in unterschiedlichen Sprachformen, z. B. Sage, Psalm; Sicherung der mündlichen Überlieferung durch schriftliche Fixierung; die Bibel als kleine Bibliothek, die das Wort Gottes enthält und Menschen Lebensorientierung gibt

- Umgang mit der Bibel: Hauptgruppen der biblischen Bücher, Zitieren von Textstellen, Nachschlagen im Anhang

- Spuren der Bibel heute, z. B. in Alltagssprache und Werbung, in Bildern und Liedern, in christlichem Brauchtum (> Weihnachtsfestkreis); ggf. Ausstellung, z. B. Von der Papyrusrolle bis zur Bibel im Internet

K 5.4 Gott zeigt sich neu: Jesus von Nazaret und seine Botschaft

?Fremde Welten? stoßen bei Kindern dieser Altersstufe auf groß es Interesse. In der Lebenswelt Jesu entdecken sie gesellschaftliche und religiöse Verhältnisse, die durch vielfältige Ab- und Ausgrenzungen gekennzeichnet sind. Gerade vor diesem Hintergrund spüren sie das Neue der Botschaft Jesu und seine faszinierende Wirkung auf Menschen seiner Zeit. An Personen bzw. Gemeinschaften von heute erkennen sie, dass auch Menschen unserer Zeit von Jesus beeindruckt sind, und finden dadurch Anregungen für die Gestaltung des eigenen Lebens (> Firmung).

- Entdeckungsreise in die Welt des Jesus von Nazaret: anhand exemplarischer Bibelstellen das geographische, gesellschaftliche und religiöse Umfeld Jesu erkunden, z. B. Lk 2,1-20: Geburt Jesu (® Weihnachtsfestkreis), Lk 10,25-37: barmherziger Samariter, Lk 18,9-14: Pharisäer und Zöllner

- Mit Jesus wird Neues offenbar: ohne Berührungsängste verkündet er in Wort und Tat sein Evangelium von Gottes Zuwendung zu allen Menschen, z. B. Mt 9,9-13: Mahl mit den Zöllnern, Lk 13,10-17: Heilung einer Frau, Lk 18,15- 17: Segnung der Kinder

- Die Begeisterung für Jesus hält schon 2000 Jahre an: Begegnungen mit engagierten Christen vor Ort; Möglichkeiten der Kinder, selbst aktiv zu werden, z. B. Ministrantendienst, Mitarbeit in kirchlichen Jugendgruppen und im Rahmen der Schulpastoral

K 5.5 Unsere Kirchen: ? Ortszeichen? weltweiten christlichen Glaubens [> Ev 5.2]

Die Schüler sind mit Kirchenbauten und -räumen unterschiedlich vertraut. Ausgehend von der bewusst erlebten Atmosphä re eines Kirchenraums sollen sie Bauform und Ausgestaltung einzelner Kirchen kennen lernen und dabei der Glaubensüberzeugung verschiedener Zeiten nachspüren. Bei aller Vielfalt können sie das Vertrauen auf Jesus Christus als tragende Gemeinsamkeit wahrnehmen. Der Ausblick auf die weltumspannende Dimension dieses Glaubens hilft ihnen, die katholische Weite und Vielgestaltigkeit ihrer Religion zu erfassen.

- Besuch und Erschließung einer der Schule nahe gelegenen Kirche: Sensibilität für die sakrale Atmosphäre eines Gotteshauses und angemessenes Verhalten, grundlegende Ausstattungs- und Funktionselemente katholischer Kirchen, ggf. Vergleich mit einer nichtkatholischen Kirche am Ort

- verschiedene Stilrichtungen im Kirchenbau sowie Werke der Kunst und Volksfrömmigkeit (z. B. Kapellen, Kreuze, Heiligendarstellungen) als Ausdruck des je zeitgemäßen Suchens und Glaubens [> Ku 5.2; D 5.5]; Erkundungen vor Ort, ggf. virtueller Rundgang im Internet; die eigene ?Traumkirche? entwerfen, z. B. Skizzen, Modelle

- Kirchen an Mittelpunkten christlicher Gemeinschaft: Pfarrkirche, Dom (® Jahreskreis), Petersdom; Vielfalt der Weltkirche, das Haus aus lebendigen Steinen (vgl. 1 Petr 2,5); Erschließung des Begriffs ?katholisch?

Grundwissen

  • Verhaltensregeln als Zeichen von Gemeinschaft erkennen und Gespür für die Einmaligkeit jeder Person besitzen

  • mit wichtigen Grundgebeten, zentralen Gebetsformen und einem Psalm vertraut sein

  • Besonderheiten der Gotteserfahrung Abrahams von anderen Gottesvorstellungen abgrenzen können

  • biblische Geschichten am Beispiel von Jakob und Josef als erzählte Erfahrungen mit Gott begreifen

  • mit der Bibel sachgerecht umgehen und ihre Wertschätzung als Heilige Schrift begründen können

  • über Einblick in die Lebenswelt Jesu verfügen

  • die grenzenlose Liebe Gottes zu allen Menschen als eine Grundaussage der Botschaft Jesu verstehen

  • die sakrale Atmosphäre eines Gotteshauses achten und die Grundausstattung einer Kirche erläutern können