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Beim Abischerz wird ?MGL-s next Top-Lehrer? gesucht

Im Fernsehen wurde schon zu oft nach ?Germany's next Topmodel" Ausschau gehalten. Zeit, dass mit einem erfrischenden Format aufge­wartet wird: Am Meranier-Gymnasium in Lichtenfels suchten 87 Abi­turienten beim  Abi-Scherz 2009 ?MGL's next Top-Lehrer". Dafür hat­ten die Schulabgänger eigens einen Laufsteg im Pausenhof aufgebaut, um den sich unzählige Schüler scharten.

In vier ?Competitions" stritten fünf Lehrer um den Titel. Doch die muss­ten zuallererst richtig eingekleidet werden, wofür fünf Unterstufenklas­sen aus Kisten mit Klamotten und mo­dischen Accessoires wählen durften. Mit dem Anreiz, dass die Klasse des späteren ?Top-Lehrers" ein Preis entlohne. Im stillen Kämmerlein gab es noch letzte Tipps für die ?Schützlinge" der Schüler.

Als erstes galt es für die fünf Anwär­ter auf den ?Top-Lehrer"-Titel einen ?Catwalk" zu bewältigen und danach eine Frage zu beantworten.

Das begeisterte Publikum fällte auch das Los über die Kandidaten, so dass einer nach dem anderen den Wettstreit verlassen musste.

Und unter all dem feucht-fröhlichen Freudentaumel des Abi-Scherzes verdrückte sicher so mancher die eine oder andere Träne und alle waren sich einig:

Es war ein toller und unterhaltsamer Abischerz!

Ökumenischer Dankgottesdienst

Vor der offizillen Entlassungsfeier trafen sich die Abiturienten mit Eltern und Lehrern in der Martin-Luther-Kirche, um gemeinsam zu danken für alle Erfahrungen im Laufe der 13 und mehr Schuljahre, um Vergebung zu bitten für alle menschlichen Unzulänglichkeiten und Verletzungen, aber natürlich auch, um vertrauensvoll und zuversichtlich den Blick nach vorne zu richten. Pfarrerin Anne Salzbrenner zelebrierte die Feier, Musiklehrerin Sirpa John gestaltete zusammen mit Schülerinnen und Schülern den Gottesdienst musikalisch.

Beeindruckende Entlassungsfeier

Der erfolgreiche Abiturjahrgang 2009

?Sie sind ein ganz besonderer Abi­turjahrgang": Das wurde den 87 jungen Frauen und Männern am Freitagabend bei der Zeugnisüber­gabe mehrfach bescheinigt. In ver­schiedenster Hinsicht, so wie die Laudatoren im Rahmen einer Feier­stunde in der Aula des Meranier-Gymnaisums betonten.

Der Elternbeiratsvorsitzende Rainer Taubert machte betonte, dass das Leben von einem nicht enden wollenden Lernprozess geprägt sei. Mit den neun Jahren Wis­sen und Lebenserfahrung, die den Abiturienten in den Schuljahren am MGL mitgegeben worden seien, seien sie bestens vorbereitet für den weite­ren Ausbildungsweg. ?Gut gemacht, Schule! Gut gemacht, Eltern", lobte Taubert.

Die Abiturienten Anne-Nikolin und Philipp hatten sich ihre ganz eigenen, humoristisch ge­haltenen Gedanken zum bestandenen Abitur gemacht. ?Wir haben 15 000 Stunden in Klassenräumen verbracht. Hätten wir pro Stunde nur fünf Euro bekommen, dann hätten wir uns das Abitur aus ökonomischer Sicht sparen können", überlegten die beiden. Das Abitur und die damit verbundenen Er­fahrungen seien jedoch nicht mit Geld aufzuwiegen.

?Die Lehrer haben es immer ver­standen, versteckt vorhandene Fähig­keiten zu finden und zu fördern", füg­ten sie an. Stolz kehrten die beiden Sprecher he­raus, dass der Jahrgang von großem Gemeinschaftsgeist und Zusammengehörigkeitsgefühl geprägt sei. Jeder fühle sich als Teil eines prägenden Ganzen: ?Unser Zusammenhalt und unsere wunderschöne Atmosphäre sind einmalig. Das gibt es kein zweites Mal." Sie dankten ihren Lehrern, ganz besonders der Kollegstufenbetreuerin. Für die Leiterin der K 13 gab es stehende Ova­tionen.

 

 

Schulleiter Stefan Völker bei seiner Ansprache
Die Sprecher des Jahrganges Anne-Nikolin und Philipp bedanken sich
Die verschiedenen Musikgruppen der Schule unter der Leitung von Iris Arnal und Sirpa John umrahmten die Feierstunde.
Blick in die bis auf den letzten Platz besetzte Schulaula

 

Rektor Stefan Völker gratulierte den 87 Schulabgängern zu einer ?großar­tigen Leistung". Mit dem 27 Jahrhun­derte alten, vom griechischen Lyriker Archillochos geprägten Satz ?Viele Dinge weiß der Fuchs, aber der Igel weiß ein großes Ding" drückte er die Hoffnung aus, dass es der Schule bei den Abiturienten gelungen sei, (ein wenig) Klarheit in die verwirrende Vielfalt des Lebens zu bringen. Die Schule könne nur das Rüstzeug an die Hand geben. ?Das Leben selbst ist ihre eigene, ureigenste Aufgabe", richtete der Rektor an die Absolventen.

Wichtig sei es, so Völker, Wissen nicht nur abzufragen, sondern auch zu hinterfragen. Die gymnasiale Schulbildung habe den Abiturienten den Hotizont in verschiedensten Be­reichen erweitert, zudem intellektu­elle Kompetenz vermittelt und den Blick für gesellschaftlich-kulturelle Wurzeln geschult. ?Mit dem, was sie hier erlernt haben, können sie alles er­reichen", betonte der Rektor. ?Unser Leben behält seine Spannung, wenn wir ein klares Ziel vor Augen haben. Wichtig ist das Wissen um die Mitte des eigenen Lebens. Sie sollten sich bemühen, dass dieses Ziel im Laufe ihres Lebens immer deutlicher wird, so dass jeder einzelne Schritt einen Sinn erfährt."

Landrat Reinhard Leutner würdigt die Leistungen der Abgänger und ermutigt sie, nach erfolgreicher Ausbildung in die Region zurück zu kommen.
Eine besondere Auszeichnung erhalten die Jahrgangsbesten.

 

?Ich freue mich, dass dieser Abitur­jahrgang ein so hervorragender ist", verkündete Leutner. Er erinnerte da­ran, dass das bayerische Abitur ein be­sonders schweres sei. ?Trotzdem ha­ben 17 der 87 Abiturienten eine Eins vor dem Komma", staunte er.

Rauschende Ballnacht

Die Abiturienten verabschieden sich mit einem gemeinsamen Lied.

 

Schluss, aus, Ende. Jetzt ist es vor­bei. Am Freitagnachmittag die Ver­abschiedung mit Überreichung der Abiturzeugnisse, am Abend die letzte große gemeinsame Feier, der Abi-Ball. Über 700 Menschen waren es in der Lichtenfelser Stadthalle, Freunde, Bekannte, Verwandte, Lehrer und Wegbegleiter sowie die 87 Abiturienten als Protagonisten.

Als Schlagworte fallen beim Abi-Ball Essen, Tanzen, Kabarett, Feiern und Lebewohl-Sagen. Dieses Lebewohl blitzte gleich zu Beginn durch, als die Band ?Big Sound Jack" mit langsa­men, ruhigen, bisweilen melancholi­schen Liedern den Abschied themati­sierte.

Die Melancholie wich aber spätes­tens nach dem Essen. Reichhaltig und bunt war das Gebotene. Alleine die Salatbar umfasste schier unglaubliche 45 verschiedene Kreationen am einen und ebenso viele am anderen Ende der Halle, die mit roten und weißen Rosen geschmückten Tischen sowie einer großer Bühne zum Ballsaal um­funktioniert war.

700 Servietten mussten gefaltet werden, berichtete eine Abiturientin und ein Kollege ergänzte, dass 240 Meter Tischläufer verlegt wurden. Ei­ner musste am Freitag gar sechs Mal in die Stadt fahren, um noch diese oder jene Kleinigkeit zu besorgen.

Hubert Gehrlich