Die Theatergruppe II präsentierte "Best of Grimms"

Wer will schon von einem wildfremden, dahergelaufenen Mann geküsst und geheiratet werden? Da bleibt man doch auch als Prinzessin heutzutage lieber Single! Die in diesem Jahr neu zusammengesetzte Theatergruppe II des Meranier-Gymnasiums präsentierte auf der Turnhallenbühne eine quietschfidele Parodie auf wohlbekannte Märchen unter dem Motto ?Best of Grimms".
Das frische, moderne Stück machte den talentierten und motivierten Sechst-, Siebt- und Achtklässlern, in der Mehrzahl Mädchen, sichtlich Spaß. Kein Wunder, das Casting für ?Prinzessin oder Putze?" gleich zu Beginn des Stücks war ganz in der Art, wie es die Teens aus dem Privatfernsehen kennen. Dies war also der ?1. Streich": Eine wilde Meute von Girls stürmt die Bühne, wo die extra eingeflogenen ?Sisters Grimm" als Jury fungieren.
Aber, ?ach du meine Güte", es entpuppt sich schon als schwierig, in Lichtenfels echte ?Prinzessinnen-Qualitäten" zu finden. Die eine pennt ein: ?Das ist unser Dornröschen!". Helle Haut, knallroter Lippenstift: ?Du bist Schneewittchen!" Getrickst wird auch, bei einem immer wieder mal in Erscheinung tretenden düsteren ?Hehler" kauft eine ?Kandidatin" einen Zopf und erschwindelt sich so die Rapunzel-Rolle. Nach einigem Hin und Her sind auch die garstigen Rollen für die ?Märchen-Impro-Show" verteilt - es folgt der ?2. Streich".
Mit den Fröschen will es nicht klappen, da hat die Prinzessin schon einige schlechte Erfahrungen gemacht. Einer wurde zu Rumpelstilzchen, und nun ?sappt" sie rückwärts auf einen, der stinkt schon. Rettung naht in Form der guten Fee, aber der (unpassende Harry-Potter-Schwebe-) Zauberspruch will nicht fruchten. Die ?Sisters Grimm" haben nämlich Ärger mit der Zauberbehörde...
Mit der Musik von ?Wer wird Millionär" wird jemand aus dem Publikum gesucht, in eine glitschige Gummi-Anglerhose gestopft, aber die Prinzessin ist auch nicht blöd: ?So ein Idiot, hau ab", stellt sie fest - und bleibt lieber allein.

- Der glücklose Prinz wird schon wieder abgewiesen ...
Weiter geht die Suche des Glücklosen. Er reißt besagtem Rapunzel die künstliche Haarpracht ab, die sich mit ?Du Depp" revanchiert. Zwar kämpft er sich danach mit einem Star-Wars-Laserschwert erfolgreich durch die Dornenhecke: ?Geht doch!" Dornröschen wünscht sich aber einen ?geilen" Prinzen, und als sie ihren Retter sieht, möchte sie lieber ?in Ruhe weiterschlafen".
Auch dem Aschenputtel soll natürlich mit Garderobe (aus der Garderobe) geholfen werden, bevor die eiskalte Stiefmutter dem naiven Schneewittchen, das zudem auf drolliger Dauersuche nach einem Klo ist, droht: ?Die Schnepfe schnapp' ich mir".
Zum Kringeln auch die Begegnung mit dem ?Wellness-Zwerg" und die Idee, Schneewittchen mit Rattengift-Knoblauch-Pizza vom Express-Service zu vernichten (?für die kleine Tötung zwischendurch"). Der rettende Prinz kommt, und es kommt, wie's kommen muss: ?Wo hamm se den denn rausgelassen?". Dann also besser noch ein Stück Pizza!
Aber, nach der Pause, als auch das Publikum schon gehörig mit dem Prinzen mitleidet, der die Nase voll hat von den ?arroganten Tussen", findet er doch noch sein zartes Glück in der ?Erbsenprinzessin" und schwelgt: ?Das ist ja wie im Märchen!" Für all die übrig gebliebenen frustrierten Prinzessinnen besorgt der gestiefelte Kater Prinzennachschub aus dem Publikum.
Kurz danach ist die gute Fee besonderst gut und zaubert Schneewittchen, das schon wieder ?muss?, ein Töpfchen, bevor es unverzüglich mit Hänsel und Gretel weiter geht.
Auch in der Fassung von 2007 möchten die gebeutelten Erziehungsberechtigten die Sprösslinge loswerden. Die haben nämlich nichts im Kopf außer ?Nehmen, nehmen und nochmals nehmen? und sind beim letzten Versuch auf Kosten der Eltern mit dem Taxi zurückgekommen. Da hilft nur eine SMS an die in solchen Dingen erfahrene Hexe draußen im Wald. Was die mit Hänsel vorhat, ist nicht ganz jugendfrei ?





