LeitbildTitelEine lernende Schule - das klingt beim ersten Hinhören wie eine weißer Schimmel und ist doch ein hoher Anspruch: Nicht nur Schülerinnen und Schüler sind Lernende, sondern auch Kollegium und Schulleitung, Verwaltung und Elternvertreter.

Veränderung und Verbesserung, aber auch Selbstvergewisserung der Schule sind allein schon durch die rasanten gesellschaftlichen, zivilisatorischen und technischen Veränderungen des Umfelds gefordert, dem die Schule ja entsprechen muss. Globalisierung, Technisierung, beschleunigte Wissenszunahme, Informationstechnologien und Informationsflut, aber auch Wandel in gesellschaftlichen Werten, Leitvorstellungen und Lebensmodellen – dies alles stellt unsere Schule auf den Prüfstand: Wie gehen wir mit diesen Dimensionen des Wandels um? Was ist für die uns anvertrauten jungen Menschen wichtig?

Das sind wichtige Funktionen eines Leitbilds:

  • Selbstvergewisserung: Ein Leitbild formuliert den Konsens der Mitglieder der Schulfamilie darüber, was gute Schule ist und wie die Energien für diese Schule sinnvoll eingesetzt werden. .
  • Selbstdarstellung: Ein solches Leitbild lässt sich kommunizieren und entfaltet Außenwirkung, wenn es gelebt wird. Es macht den Charakter der Schule für eine interessierte Öffentlichkeit deutlich und benennt Profilierungen.
  • Selbstreflexion: Gleichzeitig soll es Prüfstein für eigenes Tun wie gemeinsame Entwicklung sein: In welcher Weise entspricht eine geplante Neuerung diesem schulischen Grundkonsens, dieser gewünschten Profilierung? Tun wir in wichtigen Zielbereichen genug bzw. das Richtige? Kommen wir in der gewünschten Richtung voran? Wichtig ist es also, den Stand der Schulentwicklung immer wieder vor den Zielvorstellungen des Leitbildes zu überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen und Steuerungsmaßnahmen vorzunehmen. Gleichzeitig bleibt das Leitbild nicht unreflektiert, es ist nicht in Erz gegossen, sondern bedarf der Überprüfung durch alle Beteiligten: Der Weg ist das Ziel.

Eine Kurzfassung des Leitbilds als PDF finden Sie hier.

Und hier ist dieses Leitbild. Natürlich klingen alle Formulierungen positiv und auf den ersten Blick vielleicht unverbindlich. Das sind sie aber nicht. Die Ziele müssen allgemein bleiben, sollen sie doch auf viele konkrete Situationen anwendbar sein. Zudem hat die Steuergruppe sich viele Gedanken gemacht, wie die Erreichung der Ziele evaluierbar, d.h. überprüfbar wird – und das ist ein wichtiger Auftrag, wenn das Leitbild mit Leben gefüllt werden soll.

 

Bildung eröffnet die Möglichkeit, uns in unserem Menschsein zu verbessern, die in uns ruhenden Möglichkeiten zu verwirklichen, eine bestimmte Haltung zur Welt einzunehmen, die Welt mit anderen Augen zu sehen, kluge, begründete Entscheidungen fällen zu können und in der Lage zu sein, unser Leben nach vernünftigen Gesichtspunkten führen zu können.“

(A. Dörpinghaus)

Wir sehen unser Ziel darin, jungen Menschen die persönliche, methodische und sachliche Basis für Bildung zu geben.

Wir verstehen Bildung dabei nicht als einen von außen gesteuerten Vorgang, sondern als selbstreflexiven Prozess: Der junge Mensch setzt sich konstruktiv und kreativ mit sich und der Welt auseinander. Im offenen Diskurs mit anderen Menschen, Konzepten und Kulturen entwickelt und vertieft er Kenntnisse, Fähigkeiten und Werthaltungen. Musische und ästhetische Bildung legen den Grund für Selbstverwirklichung und den Sinn für Schönheit.

Mit unserem Tun und Verhalten im Fachunterricht, in übergreifenden unterrichtlichen Zusammenhängen und Umgebungen, im schulischen Leben und im gegenseitigen Umgang wollen wir diesen Bildungsprozess ermöglichen, anleiten und verstärken.

Die entsprechenden fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen sind zentrale Ziele unseres Tuns. Kompetenzen sehen wir dabei nicht primär als zweckorientierte Fertigkeiten in Verwertungszusammenhängen, sondern als Voraussetzungen und Dimensionen eines ganzheitlichen Lebens.

Ein solches Bildungsverständnis fußt auf dem westlichen Wertekonzept in seinen antiken, christlichen, aufklärerischen und demokratischen Wurzeln; Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Lebensformen und Religionen ist zentraler Bestandteil dieses Konzeptes.

Das Schulhaus als Lebens- und Lernraum:

 

Unser Schulhaus bietet den Rahmen für unterrichtliches wie individuelles Lernen. Es muss den Erfordernissen eines geregelten Unterrichtsgeschehens entsprechen.

Gleichzeitig ist es gemeinsamer Lebensraum, gerade angesichts der gestiegenen Verweildauer der Schülerinnen und Schüler in der Schule und der Offenen Ganztagsschule. Dieser Lebensraum soll angenehm, sauber und sicher sein. Es soll der individuellen Entfaltung der Schülerinnen und Schüler möglichst breiten Raum geben und von ihnen mitgestaltet werden.

 

Tabelle 1 

 

Wir als Schulfamilie

 

Die Bezeichnung der Schulgemeinschaft als „Familie“ verspricht Vertrauen, gegenseitige Hilfe und Verbundenheit trotz allfälliger Konflikte. Diese Zielvorstellung mit Leben zu füllen ist eine große Aufgabe für alle Beteiligten. Umfassende, offene und bereitwillige Kommunikation zwischen Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrenden, Schulleitung, Angestellten, Offener Ganztagsschule und Schulaufwandsträger ist Basis dafür.

Für den Umgang zwischen Lehrenden und Lernenden streben wir Ehrlichkeit, gegenseitige Wertschätzung und Respekt an. Schülerinnen und Schüler erwarten von Lehrenden zu Recht Wohlwollen, Verständnis und Engagement, Lehrende von den Schülerinnen und Schülern zu Recht Aufgeschlossenheit für den Unterricht und grundsätzliche Leistungsbereitschaft.

Das Verhältnis zwischen Lehrenden und Erziehungsberechtigten wollen wir als Erziehungspartnerschaft gestalten. Unterschiede in der Einschätzung von Erziehungszielen wie einzelner erziehungsrelevanter Situationen liegen nicht zuletzt in den unterschiedlichen Positionen von Eltern und Lehrkräften sowie den unterschiedlichen Handlungsfeldern, in denen sie mit dem Kind umgehen; die jeweiligen Sichtweisen und Erfahrungsräume können und sollen sich zum richtig verstandenen Wohle des Kindes ergänzen. Alle Beteiligten streben an, entsprechende Differenzen rechtzeitig zu thematisieren und in gegenseitigem Respekt und in Offenheit den Argumenten und der Position des anderen gegenüber zu regeln.

Eltern erwarten von Lehrenden zu Recht Wohlwollen, Verständnis und Einsatz für ihre Kinder, Lehrende von den Eltern zu Recht Vertrauen und Unterstützung bei der Erfüllung ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages.

Die Offene Ganztagsschule leistet wichtige Beiträge zur Lernförderung, zur persönlichen wie sozialen Entwicklung sowie sinnvollen Freizeitgestaltung der sie besuchenden Kinder. Sie trägt einem zunehmenden gesellschaftlichen Bedürfnis nach verantwortlicher Nachmittagsbetreuung Rechnung.

 

Tabelle 2 

 

Persönlichkeitsbildung

 

Unser Gymnasium wendet sich als Schulangebot an neugierige, lernwillige und auch ausdauernde junge Menschen. Fördern und Fordern zeichnen den Unterricht an dieser Schule aus.

Persönliche wie soziale Bildung kann unsere Schule nicht vorrangig oder gar alleine vermitteln, sondern wir bauen auf der Erziehungsleistung des Elternhauses auf.

 

Tabelle 3

 

Soziales Lernen

 

In einer Zeit, in der Menschen in ihrem gesellschaftlichen Umfeld neue Herausforderungen und Krisen zu meistern haben, muss auch die schulische Erziehung einen Beitrag zum sozialen Lernen leisten.

Das bedeutet, dass jeder Einzelne seinem Nächsten mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Einfühlungsvermögen begegnet und einen respektvollen Umgang miteinander pflegt. Des Weiteren sollen Voraussetzungen geschaffen werden, die eine Befähigung zur Übernahme von Verantwortung in verschiedenen, auch außerschulischen Situationen ermöglichen.

Im Rahmen der schulischen Arbeit helfen klare Regeln, die immer wieder reflektiert und von allen anerkannt werden, Konflikte zu vermeiden. Die Konfliktfähigkeit des Einzelnen wächst mit seinem Einfühlungsvermögen anderen gegenüber.

 

Tabelle 4 

Welterschließung

Fächerkanon und Gestaltung des Lehrplans sind darauf ausgerichtet, den Lernenden die Welt in ihrer Breite und Vielgestaltigkeit zu erschließen. Seine schülergerechte wie inhaltlich profunde Vermittlung ist zentraler Auftrag des Fachunterrichts. Dabei und darüber hinaus setzen wir am Meranier-Gymnasium folgende Akzente:

 

Tabelle 5