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„We hope you will enjoy the show“

Ein Frühlingskonzert im Zeichen der Beatles

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Nicht die leisen Harfentöne wie bei Mörike waren es, die den musikalischen Frühling am Meranier-Gymnasium einläuteten; stattdessen gab es frenetischen Applaus nach einem Konzertabend, der an vielen Stellen mit „golden oldies“, die zum Mitsingen und Mittanzen einluden, glänzte, aber auch mit Neuem bekanntmachte.

Kurz vor dem Abitur hieß es dabei wieder Abschiednehmen von vielen vertrauten Gesichtern in den Musikensembles, die über Jahre hinweg das musikalische Leben der Schule mit geprägt haben; aber es galt auch den musikalischen Nachwuchs willkommen zu heißen, der ein halbes Jahr Zeit hatte, sich einzugewöhnen und seine – nunmehr neunjährige – Musikkarriere am MGL zu starten.

OStD Völker begrüßte zunächst die anwesenden Musizierenden und ihre Eltern sowie die Vorsitzenden des Elternbeirats Heike Gärtner und des Vereins der Freunde und Förderer der Schule Sabine Rießner und dankte für das große Engagement, das von all diesen Seiten der Schule entgegengebracht wird. Gerade Elternbeirat und der Verein der Freunde und Förderer unterstützen die musikalische Arbeit finanziell tatkräftig, was zum Gelingen der Konzerte beiträgt. Vor allem sprach er den Musiklehrern StR Michael Eberth, LAss Marcus Helbach und insbesondere StRin Iris Arnal seinen Dank für die Organisation und Durchführung der Veranstaltung aus. Getreu dem Jahresmotto „Erst muss man einmal merken, dass einem etwas fehlt“ führte er aus, dass das Fehlen solcher Zusatzveranstaltungen eine große Lücke in den schulischen Kalender reißen würde.

Mit einer mehrstimmigen Darbietung von „Sgt. Pepper’s lonely hearts club band“ und dem Wunsch „we hope you will enjoy the show“ gelang dem Oberstufenensemble ein thematisch passender Einstieg in den Abend, der sich mit „With a little help from my friends“ fortsetzte. Beide Songs entstammen einem der ersten Konzeptalben der Beatles aus dem Jahr 1967, wobei der zweite speziell für die stimmlichen Fähigkeiten des Schlagzeugers Ringo Starr geschrieben wurde. Dank der im letzten Jahr neu erworbenen Musikanalage und der speziell ausgebildeten Technikgruppe brauchten die Oberstufenschüler den Vergleich mit dem Original nicht zu scheuen. Beim anschließenden „I’ll be there“ der Jackson Five zeigte die sehr klar intonierende Riege der Frauenstimmen eindrucksvoll ihr Können.

Fruehlingskonzert klein 003Tradition und Moderne gleichermaßen fanden sich bei der Aufführung des Schulorchesters wieder. Die kleine Gruppe Musizierender entführte die Zuhörer zuerst mit einem „Kolo“ nach Serbien. Der traditionelle Reigentanz wurde sogar mit einigen Originalinstrumenten aufgeführt, was dem Klang einen besonderen Effekt verlieh. Buchstäblich mit Pauken und Trompeten gelang es bei Haydns „Sinfonie mit dem Paukenschlag“, die Zuhörer wach zu halten. Simon Förner gab hier als Solist das letzte Zwischenspiel seinen Schullaufbahn. Musiklehrer Marcus Helbach dirigierte sein Ensemble im Zeichen der neuen Medien sogar mit einer elektronischen Partitur von seinem Ipad aus.

Im Anschluss bot der Chor unter der Leitung von Michael Eberth wieder schwungvolle Kost zum Mitsingen. Zuerst wurde das Lied „Please Mr. Postman“ der Marvelettes intoniert, ehe Chor und Orchester gemeinsam den wohl meist interpretierten Song der Popgeschichte, „Yesterday“ von den Beatles, zum Besten gaben. Im Anschluss präsentierten die Oberstufenschüler Franca Wiesmann, Esther Schadt und Lea Haugeneder mit Unterstützung von Sarah Maheswaran mit „Norwegian Wood“ einen weiteren Klassiker der Beatles.

fruehlingskonzert klein 005Das Stück „Cavatina“ von Stanley Myers, das Laura Richter aus der Q12 auf ihrer Gitarre vorspielte, sorgte noch für die etwas leiseren Noten des Abends, ehe es im Anschluss die Schulband MAXIMAL mit ihrem Lead-Sänger Maximilian Stenglein und seiner weiblichen Begleitung Janina-Louis Werner bei einem ihrer letzten Auftritte krachen ließ. Mit Popklassikern wie „Breakfast at Tiffany’s“ und „When you’re gone“ von Bryan Adams schafften sie es, die Stimmung in der Turnhalle zum Kochen zu bringen. Nach „Westerland“ von den Ärzten ließen sich die Mitglieder der Band nicht lange um eine weitere Zugabe bitten und schickten das begeisterte Publikum mit ihrem Dauerhit „Pumping Blood“ in die Pause.

Fruehlingskonzert klein 007Der zweite Teil des Abends wurde wiederum vom Oberstufenensemble unter der Leitung von Iris Arnal mit dem Easy Listening-Hit „Spanish Flea“ begonnen. Der bekannte Ohrwurm machte Laune und stimmte auf den anschließenden bunten Strauß Klassiker der 70er Jahre ein, der nun vom Schulchor geboten wurde. „Will you be there“ leitete über zum Beach Boys Hit „Barbara Ann”, in dem Lea Haugeneder (Q12) und Philipp Berninger (Q11) Soli übernahmen, und endete mit „Shackles (Praise You)“. Besondere Stimmung kam mit den anschließenden ABBA-Songs „SOS“ und „The Winner Takes It All“ auf. Letzteres bestach durch das Duett von Franca Wiesmann und Lisa Weidner, deren Stimmen sich wunderbar ergänzten und mit der Choruntermalung im Hintergrund für Gänsehautmomente im Publikum sorgten. Belohnt wurden sie durch begeisterten Applaus.

Das Finale des Abends wurde von der Bigband (Leitung: Iris Arnal) bestritten, die sich durch ihre Professionalität und ihr Können einen Namen auch außerhalb der Schule gemacht hat. Das eh schon imposante Ensemble wird mittlerweile bei einigen Auftritten sogar von Ehemaligen oder Schülereltern unterstützt. Auf den Michael-Jackson-Klassiker „Billie Jean“ folgte der Titel „I heard it through the grapevine“, in dem Gerda Huber als musikalischer Nachwuchs das Solo am Altsaxofon übernahm. Eine besondere Spannung erzeugte der Song „Birdland“ von Josef Zawinul, eine Hommage an den gleichnamigen New Yorker Jazzclub, durch das Zusammenspiel von Bigband und Fruehlingskonzert klein 017Gesang von Lisa Weidner, die mit ihrer Stimme die Clubstimmung der 50er und 60er Jahre transportierte. Im nächsten Beatles-Klassiker „Here comes the sun“ übernahm ebenfalls der Nachwuchs die Soli mit Noah Funk am Tenorsaxofon und Shania Rießner an der Trompete. Dabei erfuhr der eigentlich ruhige Song aus der Feder George Harrisons ein außergewöhnlich mitreißendes Arrangement und rockte die Bühne. Zum Schluss spielte die Bigband den Song „HandClap“ aus dem Jahr 2016, der die perfekte Überleitung zum wohlverdienten langanhaltenden Applaus nach einem gelungenen Konzertabend bot.

Was bleibt nach einer solchen Veranstaltung? Sicher die gute Stimmung, die viele der Stücke und die launige Moderation von Esther Schadt, Paul Vincent und Sarah Maheswaran hervorriefen. Wohl auch die Gewissheit, dass es glücklicherweise immer wieder neue Musikbegeisterte gibt, die sich in den Ensembles engagieren und für gelungene Musikveranstaltungen sorgen. Aber auch Tatsache, dass eine ländlich geprägte Schule mit einem mathematischen und sprachlichen Schwerpunkt für musikalische Glanzlichter sorgen kann, die im Schulleben nicht fehlen dürfen. Man darf gespannt sein, wie das Meranier-Gymnasium das nächste Frühjahr einläuten wird.

OStRin Verena Schier

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