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Der Fränkische Krimi-Autor Helmut Vorndran besucht W-Seminar „Kriminalliteratur“ von Frau StRin Miriam Tischer-Arlt

Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein bekannter Autor die Schule besucht, um über seine Werke zu berichten und von seinem Leben zu erzählen. Helmut Vorndran war der Einladung des W-Seminars „Kriminalliteratur – dem Mörder auf der Spur“ unter der Leitung von Frau StRin Miriam Tischer-Arlt gerne gefolgt und ist am 25. Januar 2018 an unsere Schule gekommen. So hatten die Schülerinnen und Schüler des W-Seminars die Möglichkeit, den Autor persönlich kennenzulernen, einen Einblick in sein Leben zu erhalten und ganz Privates erfahren zu dürfen.

Seit seinem 16. Lebensjahr weiß Helmut Vorndran, dass ihm das Schreiben gut liegt und dass er Gefallen daran hat. Schon damals hatte er etliche Ideen zum Schreiben, „es ist als würde die ganze Zeit ein Film vor meinen Augen laufen“, erklärt er. Trotzdem absolvierte er erst eine Ausbildung als Schreiner und holte dann sein Abitur nach. Sein angefangenes Studium zum Sozialpädagogen brach der in Bad Neustadt an der Saale geborene Helmut Vorndran ab, „wegen erkannter Sinnlosigkeit“, wie er es selbst nennt. In seiner Arbeit als freischaffender Kabarettist, die er seit 1984 ausübte, hatte er dann so wie es scheint seinen Beruf fürs Leben gefunden. Doch nun kommt die Frage auf, wie aus einem Erzkabarettist ein so erfolgreicher Kriminalromanschreiber geworden ist. Helmut Vorndran, der mittlerweile in Rattelsdorf bei Bamberg wohnt, lächelt und erklärt, dass eins seiner Lebensziele, einen Keltenroman schreiben zu wollen, der ausschlaggebende Punkt war.

Mit 47 Jahren entschloss er sich deshalb, auf die Suche nach einem Verlag zu gehen, der ihm dabei helfen sollte, dieses Ziel zu erreichen. Dabei erfuhr er jedoch, dass Kriminalromane zu dieser Zeit total im Trend lagen und er so gut wie keine Chance hatte, für seinen Keltenroman einen Verlag zu finden. Deswegen entschied er sich dazu, es mit dem Krimischreiben zu probieren. Nach 50 verschickten Manuskripten an verschiedene Verlage erhielt er dann drei Zusagen, unter anderem auch vom Emons-Verlag, bei dem 2009 sein erster fränkischer Kriminalroman „Alabastergrab“ erschien. Mit diesem Debütroman, der in und um Bamberg und auf Kloster Banz spielt, landete Helmut Vorndran einen vollen Erfolg. Der Roman verkaufte sich innerhalb von neun Monaten über 10.000 Mal und wird von der Presse als Rekord bezeichnet. Sein Lebensziel ist somit zwar erstmal auf Eis gelegt – aber wie sagt man so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Seitdem hat Helmut Vorndran jährlich einen neuen Krimi veröffentlicht. Die Titel der Krimis folgen dem Alphabet und werden von seinen Lesern in ganz Deutschland mit großer Begeisterung erwartet. „Auch wenn nicht jeder meiner Leser den fränkischen Humor und die fränkischen Witze versteht, habe ich nicht vor, dies zu verändern“, gibt Helmut Vorndran mit einem kleinen Schmunzeln im Gesicht zu.

Im Jahr 2016 ist es dann auch soweit für sein bislang unerreichtes Lebensziel. Unter dem Titel „Isarnon: Die Stadt über dem Fluss“ erscheint sein langersehnter Keltenroman, der auf und um den Staffelberg spielt. „Mich hat es einfach fasziniert, einen Keltenroman zu schreiben, denn ich wollte schon immer das machen, was vor mir noch keiner gemacht hat“, so Helmut Vorndran. Auf die Frage, woher der plötzliche Sinneswandel seines Verlags kam und wie er die Erlaubnis bekommen hat, seinen Roman über die Kelten veröffentlichen zu dürfen, muss er lachen und verrät uns: „Manchmal hilft dann halt eben nur noch Erpressung“.

Ob es noch weiter Keltenromane von Helmut Vorndran geben wird, und ob er es schafft, für jeden Buchstaben des Alphabets einen Kriminalroman zu schreiben, bleibt offen. Mit Sicherheit aber konnten die Schülerinnen und Schüler des W-Seminars heute viele neue Erfahrungen sammeln, insbesondere für die anstehenden Seminararbeiten, die bis Anfang November verfasst werden müssen. Deswegen ergeht ein großer Dank an den Autor und vor allem auch an Frau StRin Miriam Tischer-Arlt, die das Treffen organisiert und möglich gemacht hat.