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Wo bleibt nur der Regen – fast hätte diese Frage tatsächlich auch auf Lichtenfels gepasst, hatte es doch die letzten Wochen der intensiven Probenarbeit nicht mehr geregnet und die Temperaturen waren stetig nach oben geklettert. DKwelaHase1kleiner Wettereinbruch kam dann zwar kurz vor der Aufführung (vielleicht auch als Folge der vielen Regenlieder, die anlässlich der Premiere in jeder Musikstunde geübt wurden?!), aber so konnten alle Beteiligten und Zuschauer die Sehnsucht nach Wasser sicherlich etwas besser nachvollziehen.

Denn obwohl die Örtlichkeit des Afrika-Musicals „Kwela, kwela“ so fern liegt, verkörperten alle Schauspielerinnen und Schauspieler ihre Rollen so, als wären sie selbst schon in Afrika zur Trockenzeit gewesen. In fantasievollen Kostümen und mit viel Spielfreude eroberten sie die volle Turnhalle im Nu. Besonders die drei Tebogos machten ihrer „Berufsbezeichnung“ alle Ehre: Als Lärmvögel scheuchten Martyna Surmacz, Erkim Dogan und Vanessa Wiemann die restlichen Tiere Afrikas auf der Bühne umher, brüllten Anweisungen durch ihre Megaphone und sorgten mit Besen, Wischmop und Klobürsten für die erforderliche Sauberkeit.

KwelaGruppe2kleinDenn auch die wichtigste Person Afrikas, der König der Tiere, durfte nicht fehlen: Ein ehrerbietender Löwe, fabelhaft und sehr textsicher in Szene gesetzt von Nele Naumann, bemühte sich redlich, sein Volk unter Kontrolle zu bringen und mit ihm gemeinsam das Problem der Dürre zu beheben. Aber mit wirklicher Unterstützung kann er nicht rechnen: Zu müde, zu desinteressiert zeigen sich seine Untertanen seinen Befehlen gegenüber. Einzig der weise Marabu, knorrig und originell von Rose Freiburg verkörpert, wartet mit Vorschlägen zur Rettung der Situation auf: Das Orakel soll die Lösung wissen.

Aber der Buschhase Tschipa leistet Widerstand: Sophia Panzer als Tschipa bezauberte mit eindrucksvoll gespielter charmanter Renitenz ebenso wie alle anderen Tiere, die nach und nach auftraten: Die beiden witzigen Zebrafreunde Jake (Linus Fischer) und Fred (Hai Long Le), Priscilla, das süße, aber auch etwas eingebildete Zebramädchen (Celina Schälicke), der dichtende Elefant (Noah Eichhorn), der Schmetterling (Isabella Zipfel) und die Maus Yathima (Antonia Stöckert). Die Suche nach Wasser ist zwar erfolgreich, aber die Rettung wird von drei geheimnisvollen Gespenstern (Matthias Arneth, Julia Büttner, Lina Schneiderbanger), von der professionell agierenden Technik-Crew schauderhaft mit Schwarzlicht ausgeleuchtet, immer wieder gestört.

KwelaHaseMitGespensternkleinZum Glück weiß schlussendlich das seltsame Orakel wirklich einen Rat, der alles zum Guten wendet: Tschipa, von King George schon geächtet, übernimmt die Nachtwache am frisch gegrabenen Wasserloch. Hier gelingt es ihr mit zauberhaften Melodien die gespenstischen Wasserdiebe zu Freunden zu machen, ihnen die Freude an der Musik zurückzugeben und für alle die Wasservorräte sicherzustellen.

Aber was wäre ein Musical ohne die vielen schwungvollen Lieder, die immer wieder die Handlung unterbrachen und von allen vier fünften Jahrgangsstufen des Meranier-Gymnasiums aus vollem Herzen geschmettert wurden? Viele einzelne Songs, teilweise unterstützt von Percussion oder einzelnen Schülerinnen und Schülern, die die Gesangsstimmen mit Instrumenten wie Querflöte, Trompete, Blockflöte oder Klarinette verstärkten, brachten die Zuschauer zum Mitsummen oder Staunen. Denn wer hätte gedacht, dass über 100 Fünftklässler, die sonst umherwuseln wie Ameisen, zu solch konzentrierter Leistung fähig sind? Auch kompliziertere Stücke wie der Kanon Ngiyabongo Nkosi oder Body-Percussion Einsätze wurden problemlos bewältigt und je länger der Abend dauerte, desto gelöster wurde die Stimmung auf den Sängerbänken.

KwelaHemmerleinkleinBesoKwelaEbertReidelshkleinnderen Applaus erhielt Emma Hemmerlein, die für das Musical ein eigenes Klavierstück komponiert hatte. Die Szenen der Wasserdiebe wurden so von der Fünftklässlerin besonders stimmungsvoll untermalt. Zum großen Finale vereinigten sich alle vier Klassen zu einem stimmgewaltigen und begeisternden Chor, der die Freude der Tiere Afrikas über das verloren geglaubte Wasser, die Versöhnung zwischen König und Künstler, Tieren und Gespenstern und auch eine endlich beidseitig entflammte Liebe in den Reihen der Zebras in einem ausdrucksstarken und freudigen Abschlusssong bündelte, der manchen Zuschauer zum Mitsingen und Klatschen brachte.

Ein tosender Schlussapplaus belohnte die Anstrengungen der letzten Wochen und zeigte Schülerinnen und Schülern sowie den Leitern dieses Projekts, StR Michael Ebert und OStRin Barbara Reidelshöfer, dass es sich lohnt, die Mühen einer solch langwierigen, anstrengenden und schwierigen Probenphase in Kauf zu nehmen, wenn am Ende solch eindrucksvollen Schülerleistungen auf der Bühne zu sehen sind!

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